
Interview mit den designierten Co-Schulleitern Reto Grond und Ivo Schleuniger
Interview mit den designierten Co-Schulleitern Reto Grond und Ivo Schleuniger
(IS: Ivo Schleuniger; RG: Reto Grond)
Ihr übernehmt beide mit dem Schuljahr 2026/2027 die gemeinsame Leitung unserer Sportmittelschule. Was reizt euch an dieser Anstellung?
IS: Mit jungen Talenten zusammenzuarbeiten und sie gemeinsam mit Trainerinnen, Trainer und Lehrpersonen auf ihrem Weg an die Spitze zu begleiten, ist eine wunderbare Herausforderung. Diese Aufgabe stiftet enorm viel Sinn. Gleichzeitig freue ich mich sehr darauf, auf Augenhöhe mit einer so erfahrenen Führungsperson zusammenzuarbeiten – das rundet diese neue Aufgabe für mich perfekt ab.
RG: Der Reiz liegt an der Herausforderung eine kleine, flexible Schule mit klarem Fokus weiterzuentwickeln. Dies tut man mit Menschen und für Menschen, was maximal sinnstiftend ist.
Welches Sportgerät würdet ihr auf eine einsame Insel auf alle Fälle mitnehmen, wenn ihr nur eine Sportart auswählen dürften?
IS: Ganz klar: mein Surfboard! Neben dem Schneesport schlägt mein Herz auch fürs Wasser – und wenn man schon auf einer Insel festsitzt, kann man ja wenigstens perfekte Wellen reiten und den Wind nutzen.
RG: Kommt ganz auf die Insel drauf an. Auf ein kleines, flaches Korallenatoll mit Sandstrand würde ich wohl eine Taucherausrüstung mitnehmen. Auf einer grösseren Insel, wie zum Beispiel Neuseeland, eher ein Bike, um die Insel zu erkunden.
In welchem Fach würdet ihr einer Mittelschule wie der SSGD eure Kenntnisse auffrischen, wenn ihr noch einmal 17 wärt?
IS: Französisch – da habe ich zu meiner Gymnasialzeit definitiv nicht geglänzt. Eine zweite Chance würde ich sofort nutzen.
RG: Definitiv Englisch – da ich während meiner Schulzeit nie obligatorischen Englischunterricht hatte, musste ich mir diese Sprache später in der Freizeit mit erheblichem zeitlichem und finanziellem Aufwand aneignen.
Eine Co-Leitung ist beileibe nichts Aussergewöhnliches, jedoch auch nicht alltäglich. Könnt ihr den Entscheid des Stiftungsrats nachvollziehen?
IS: Absolut. Das Erbe von Urs Winkler ist riesig – sein Wissen ist immens, sein Netzwerk aussergewöhnlich. Der Entscheid für ein Co-Direktorium ist deshalb sehr nachvollziehbar: Die Verantwortung verteilt sich auf vier Schultern, was Druck nimmt und Stabilität schafft. Gleichzeitig eröffnet Veränderung immer auch Chancen, Neues und Anderes in das System einzubringen und die Schule weiterzuentwickeln.
RG: Ja, kann ich – aus zwei Gründen. Erstens ermöglicht eine Zweier-Co-Leitung, neue Impulse von aussen zu gewinnen und gleichzeitig wertvolles Knowhow von innen zu bewahren. Diese Kombination ist für die SSGD strategisch sehr wertvoll. Zweitens basiert der Entscheid auf einem soliden Prozess: Der Stiftungsrat folgte der Empfehlung des Schulrates, dieser wiederum derjenigen des Rektors. Die Schulräte haben sich dabei auf ihre eigene unternehmerische Erfahrung gestützt und einer bewährten Maxime vertraut: ‹Der Empfehlung des Geschäftsführers sollte man nur aus guten Gründen nicht folgen.›
Habt ihr beide bereits eine Idee bezüglich der zukünftigen Aufgabenverteilung untereinander? Wer übernimmt welches «Departement», um einen Vergleich zur politischen Exekutive zu ziehen?
IS: Wir möchten uns zunächst einen umfassenden Überblick verschaffen, bevor wir eine sinnvolle Aufteilung vornehmen. Fest steht, dass Reto weiterhin den schulischen Bereich leiten wird. Für alle weiteren Aufgaben und Bereiche möchten wir auf Basis unserer Stärken und Entwicklungspotenziale eine klare Auslegeordnung erstellen und diese anschliessend gezielt zuteilen.
RG: Bei den vorbereitenden Arbeiten zur Stellenausschreibung war vorgesehen, dass ich weiterhin die Leitung des Unterrichtsbereichs verantworte. Deshalb haben wir gezielt nach einer Person mit ergänzendem Erfahrungshintergrund gesucht … und sie mit Ivo gefunden. Wie wir die Bereiche aufteilen, die durch Urs‘ Weggang frei werden, klären wir in den kommenden Monaten.
Ivo, Du warst kürzlich an einer Sitzung des gesamten SSGD-Teams dabei, um dich vorzustellen. Welche ersten Eindrücke konntest Du mitnehmen?
IS: Sehr viele positive. Ich war beeindruckt, wie das Zusammenspiel von Schulalltag, Sport und Internat funktioniert. Man spürt überall den respektvollen Umgang und wie selbstverständlich auf die Bedürfnisse der jeweils anderen Bereiche eingegangen wird. Teamplay steht klar im Vordergrund. Zudem durfte ich schon einige spannende Gespräche führen, die mir gezeigt haben, wie viele engagierte und kompetente Mitarbeitende wir haben. Und die Färbi-Halle – schlicht beeindruckend!
Das Modell Sportmittelschule war zur Gründerzeit anno 1997 eine Spezialität, bzw. eine Nische im schweizerischen Sekundarschulbereich. Wie seht ihr diese Positionierung aus heutiger Sicht? Kann sich die SSGD in einem allenfalls kompetitiveren Umfeld behaupten? Welche Herausforderungen seht ihr, wo liegen die Chancen?
IS: Die Schule ist klar positioniert, fachlich gefestigt und geniesst national wie international einen hervorragenden Ruf. Als Sport- und Handelsmittelschule ist sie anerkannt und bestens etabliert. Herausforderungen werden weiterhin die finanziellen Rahmenbedingungen und die daraus entstehenden Abhängigkeiten bleiben. Die Chancen hingegen sind gross: Dank des starken Standings können wir weiter an Qualität gewinnen und auf einer sehr stabilen Basis aufbauen.
RG: Der Nachwuchsleistungssport hat sich stark professionalisiert, die Abwesenheiten im Unterricht haben zugenommen. Umso wichtiger werden Ausbildungsangebote, die diesem Umstand Rechnung tragen – und genau darin liegt unsere Chance: Wir sind spezialisiert auf die Verbindung von Sport und Bildung.
Ich bin überzeugt, dass wir uns behaupten können, wenn wir zwei Dinge konsequent verfolgen: ein klares Profil, das nach innen funktioniert und nach aussen wahrgenommen wird – und die Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen zu reagieren.
Die Herausforderungen sind vielfältig: Zunehmende Abwesenheiten erfordern innovative pädagogische Lösungen. Die Klimaerwärmung zwingt uns, über alternative Trainingsmöglichkeiten nachzudenken. Und KI wird das Lernen grundlegend verändern. Die Kunst liegt darin, den Fokus nicht zu verlieren, das Bewährte gut zu machen und gleichzeitig den Mut zu haben, neue Wege zu gehen.
Das Internat operiert bereits heute an der Kapazitätsgrenze. Was bedeutet das für den Betrieb der SSGD?
IS: Für den Betrieb bedeutet das, dass alle Prozesse wie ein präzises Uhrwerk funktionieren müssen, damit Spitzenleistungen möglich bleiben – genau wie im Leistungssport.
RG: Tatsächlich ist aktuell jedes Bett im Internat besetzt. Für den Betrieb ist das sehr gut – sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als auch für die Atmosphäre an der Schule. Eine hohe Auslastung erhöht den Einfluss des Internats auf die Atmosphäre unserer Schule als Lebensmittelpunkt für unsere Schülerinnen und Schüler.
Wir, das gesamte SSGD-Team, gratulieren euch zur Wahl durch unseren Stiftungsrat und wünschen euch für die bevorstehende Aufgabe viel Fortune.
17. Dezember 2025





